© Mangione Jeff

Andererseits
11/10/2019

Wahre Geschichte!

"Warum bin ich ein Magnet für absurde Erfahrungen?", fragt sich Nadja Maleh.

Also ganz von vorne: Ich habe im Oktober ein Firmentraining im Burgenland geleitet. Ich liebe es, Menschen in ihr kreatives Potenzial hineinzubegleiten! So weit, so gut. In der Pause sitzen wir alle draußen im sonnigen Garten des Seminarhotels und trinken Kaffee. Ich will gerade einen Schluck nehmen und plötzlich – Auaa! Wespenstich in meine Zungenspitze. Ist die blöde Wespe, offenbar benebelt von der Herbsthitze, in einem unbemerkten Moment in meine Kaffeetasse getaumelt. Gott sei Dank habe ich das Viech nicht geschluckt, sonst gute Nacht! Ich hatte also großes Glück im Unglück!! Die Zunge schwillt sofort an und schmerzt, ich tu gleich Eis drauf, mir geht’s soweit gut. Der sympathische Notarzt aus dem Ort kommt an und meint tiefenentspannt: „Naja Sie sind zumindest nicht tot.“ Darauf ich: „Nein, außer das hier ist der Himmel und Sie Petrus.“ Dann mit der Rettung ins nächstgelegene Krankenhaus. Ich bekomme eine Histamin-Infusion von einer lieben, aber toughen Krankenschwester.

Auf meine Frage nach einem Schmerzmittel meint sie mit ungarischem Akzent: „Ich hattä große Operation ohne Narkosä, wollen Sie wirklich Schmärzmittel DÄSWÄGÄN??!“ Will ich nicht, will auch tough sein. Ich schleppe mich zur nächsten Busstation. Er kommt, ich steige ein und sehe: Der Busfahrer ist Elvis Presley-Imitator! Mit Tolle, Koteletten und Sonnenbrille. Er erkennt mich: „Hui, a Berühmtheit foahrt do mit mir!“.

Meine geschwollene Zunge macht eine Antwort unmöglich, ich lächle gequält. Zwei Minuten Stille. Dann: „Mir san do!“ Endlich im Zug nach Hause. Die nächsten Tage dann eine riesige Zunge, ich zuzle UND hölzle beim Sprechen!

Die Conclusio: Ich bin ein Glückspilz! Und ich weiß jetzt, dass Elvis Presley noch lebt und Busfahrer im Burgenland ist!

Die Kabarettistin Nadja Maleh ist, alternierend mit Kollegen, regelmäßig Autorin dieser Kolumne