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Angezählt
11/19/2019

"Daumen hoch" - Wirtschaft reagiert auf Lögers kreative Deutung

Nicht nur Österreichs Hotellerie sondern auch die Casinos Austria nehmen eine Neubewertung des Zeichens vor.

von Peter Temel, Christine Karner

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Die Liste von bisher bekannten Bedeutungen des "Daumen hoch“-Zeichens ließe sich noch eine Weile fortsetzen. Ex-Finanzminister Hartwig Löger hat uns aber nun eines Besseren belehrt. 

Als sich Heinz-Christian Strache im Februar 2019 per Smartphone-Nachricht für die mutmaßliche Unterstützung Lögers bei den Casinos-Vorstandsbesetzungen bedankte, antwortete dieser mit einem hochgestreckten Daumen. Laut Lögers offizieller Darstellung sollte das "so nach dem Motto" heißen: "Gib‘ a Ruh!"

Dies bleibt nicht ohne Folgen:

  • Österreichs Hotellerie reagiert. Die herkömmlichen Türhänger mit "Bitte nicht stören!" seien bisher kaum ernstgenommen worden, heißt es aus der Wirtschaftskammer. Ein starkes, eindeutiges Symbol wie "Daumen hoch!" sei in diesem Zusammenhang vielleicht effektiver.
  • Facebook überlegt, seinen "Like"-Button zu überarbeiten. Jedenfalls wolle man nicht, dass der "Daumen hoch" als brüske Ablehnung verstanden werden könnte, heißt es in Menlo Park. Twitter sieht sich hingegen nun in seiner Entscheidung bestätigt, von Beginn an auf den defensiven Daumen verzichtet zu haben.
  • Bei den Casinos Austria werden nun die Geschäftsbedingungen überarbeitet. Die Croupiers rufen ab sofort nur noch "Daumen hoch!" statt der veralteten Formel "rien ne va plus, nichts geht mehr".
  • Löger selbst hat derweil ein Angebot aus der Privatwirtschaft. Er soll Selbstverteidigungskurse mit dem Titel "Thumbs up!" geschäftstüchtig machen (siehe Foto).
  • Außerdem arbeitet der Ex-ÖVP-Politiker, der neuerdings auch das Siegel der Unschuldsvermutung trägt, an einem Ratgeberbuch: "Daumen hoch - die Kunst des Nein-Sagens!"