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04/15/2019

Facebook down: Es soll zu Treffen im echten Leben gekommen sein

6 Dinge, die während des Ausfalls von Facebook, Instagram und Whatsapp am Palmsonntag beinahe fertig geworden worden wären: Vom Akku-Aufladen bis zum Weltfrieden.

Die weltweite Prokrastinier-Maschine Facebook (samt Instagram und Whatsapp) gab Sonntagnachmittag für etwa zwei Stunden den Geist auf – was den Geist der Menschen beflügelte. Dies beweisen Auswertungen aller Reaktionen und Ausweichhandlungen. Mehrere gesellschaftliche und kulturelle Revolutionen standen unmittelbar vor dem Durchbruch. Nur zehn Minuten mehr Social-Media-Stillstand – und die Welt wäre auf Werkseinstellung zurückgesetzt gewesen. KURIER mit Schlag hat die Details.

1 Batterien aufgeladen

Die Akkus von Millionen Menschen sollen am Sonntagnachmittag erstmals seit Jahren wieder auf mehr als 20 Prozent geladen worden sein. Bei einigen setzte sogar der Stromsparmodus aus, und sie liefen kurzzeitig auf Vollbetrieb.

2 Der Weltfrieden

Als die künstliche Erregungsmaschinerie ohne Ankündigung still stand, versuchten Millionen künstlich Verzweifelter verzweifelt, auf natürlichem Weg aufgeregt zu werden. Sie scheiterten. Manche lasen daraufhin ein Buch, andere aßen einen Apfel oder gossen ihre Topfpflanzen.

3 Warme Mahlzeiten

Millionen Menschen sollen an diesem Sonntag warme Mahlzeiten genossen haben, weil sie ihr Essen aßen, statt es zu fotografieren, dann zu kommentieren und - längst kalt - wegzuwerfen. Einige kamen dabei auf den Geschmack und erwägen jetzt, wieder mit dem Essen zu beginnen, statt ihr Unverdautes Instagram in den Rachen zu werfen. Welche Folgen der so eingeleitete Massenverdauungsvorgang hat, ist nicht absehbar. In der Folge wird mit erhöhtem Wasserverbauch auf Toiletten gerechnet, auf längere Sicht mit Gewichtszunahmen.

4 Under Cats

Das zoologische Gleichgewicht stand kurz vor der Wiederherstellung. Durch den Stillstand der Hundediskriminierungsmaschine Facebook brach die Unterteilung in „Under Dogs“ und  „Upper Cats“ auf. Es wurden sogar Menschen beobachtet, die mit dem Hund Gassi gingen, statt die Katze zu fotografieren.

5 Urlaub vom Influencer-Dasein

Zehntausende Osterurlauber wurden am Palmsonntag Opfer des künstlich eingeleiteten Chiller-Modes: Ihr Influencer-Kurztrip entwickelte sich unerwartet zum Urlaub von social media und somit zum Urlaub vom künstlichen Ich. Einige übergroße Egos sollen in Panik die Konsulate um Hilfe beim Express-Heimtransport gebeten haben. Andere aber wurden dabei erwischt, wie sie sich tatsächlich dort umsahen, wo sie waren, und erwogen, dort Urlaub zu machen.

6 Telefonieren

Dass alle Familien- und Freundesgruppen auf whatsapp stillstanden, verhalf einer völlig veralteten Kulturtechnik kurzzeitig zur Renaissance: dem Telefonieren. Nicht in Form von Sprachmemos oder Voicemails. Millionen Menschen riefen einander live an, um einander mitzuteilen, dass bei ihnen whatsapp nicht funktioniere. So kam man ins Gespräch. Und hätte der Ausfall noch zehn Minuten länger gedauert, wäre es tatsächlich zu Live-Treffen von Menschen gekommen, die einander seit Weihnachten 2015 nicht mehr gesehen haben.