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05/19/2019

Langes Warten auf Kurz: Musste noch sechs Stunden Video sichten

Am Samstagnachmittag wartete die gesamte Republik auf den Auftritt des Bundeskanzlers. Was war da los?

Nachdem Heinz-Christian Strache sich zu Mittag unter Tränen von seinen Ämtern verabschiedet hatte, war für 14 Uhr ein Statement von Bundeskanzler Sebastian Kurz angekündigt. Dieses wurde dann mehrmals verschoben. Wer mit dem traditionellen Samstagnachmittagseinkauf noch gewartet hatte, um die erwartete Neuwahl-Ankündigung des Kanzlers zu erwischen, wurde erst um 16:20 Uhr darüber informiert, dass der Kanzler erst um 19:45 Uhr sprechen wird. Was war da los? Es gibt dazu mehrere Denkschulen. Hier jene von KURIER mit Schlag:

  • Kurz hatte am Nachmittag bereits eine Pokerrunde mit Kickl vereinbart. Einsatz war das Innenministerium.
     
  • Der Kanzler fand am Nachmittag, er habe noch zu wenig Publikum auf dem Ballhausplatz.
     
  • Es gab noch Diskussionen um die Alternative, statt Strache doch Andreas Gabalier als Vizekanzler zu akzeptieren.
     
  • Er musste vorher gemeinsam mit Gernot Blümel unbedingt mehrere Folgen "Game of Thrones" ansehen, um sich emotional in die richtige Stimmung zu versetzen.
     
  • Diese bösen Szenen einer Ehe waren nicht jugendfrei. Daher der Abendtermin.
     
  • Die Meinungsumfrage, auf deren Basis die Entscheidung getroffen werden sollte, war noch nicht fertig.
     
  • Kurz musste erst noch das Ibiza-Video zur Gänze auf mögliche Kurz-Passagen sichten. Das war sechs Stunden härteste Arbeit.
     
  • Ihm fiel plötzlich ein, dass ein Anagramm von "HC Strache" tatsächlich "Echt arsch" lautet. Darüber musste er stundenlang lachen.
     
  • Kurz betreibt bis ins letzte Detail Symbolpolitik: "19:45" als unterschwelliges Zeichen für die Befreiung von der FPÖ
     
  • Godot war noch immer nicht da.