© Kurier / Juerg Christandl

Birgits Box
04/11/2019

Kleines Brexionary zum Nach-Schlagen

Von Brexekutor bis Kommissar Brex, von brexotique bis brexitabel: Sprechen Sie schon Brexish?

Seit Wochen kursiert der Witz: „Mir tun die Kinder leid, die später in der Schule die Chronologie des Brexit lernen müssen.“ Und wem tun die Kinder leid, die all die neuen Vokabeln lernen müssen? Ein Auszug:

Brexionary: Wörterbuch eines Wortbruchs.

Brexit: Pubertärer Ausbruchsversuch; psychologischer Fachbegriff für: Erst handeln, denn denken, dann tot stellen.

Einbrexen: Lebensmittel bis zum St. Nimmerleinstag haltbar machen – also bis zum Tag, an dem uns der Zoll von Cheddar, Stilton & Co abschneidet, oder auch nicht.

Brexekutor: Läutet täglich mit denselben Forderungen an und sieht Theresa May verdammt ähnlich.

Kommissar Brex: Wird nach der EU-Wahl von den Briten als Wachhund in die Kommission entsandt, dem Vernehmen nach kein Schäfer, sondern ein Corgi, der Cucumber-Sandwiches im Flug fängt.

Brexotique: Beschreibung für extrem exotische Ansichten, wie etwa jene, die ein gewisser Donald J.  Trump via Twitter verbreitet: „Schade, dass die Europäische Union so hart mit dem Vereinigten Königreich und Brexit umspringt.“

Brexitstrategie: Das Gegenteil einer Exitstrategie.

Brexitabel: Als brexitabel bezeichnet man jede Lösung, die einem Problem Raum gibt, zu wachsen und zu gedeihen.

Brexitwounds: Neuer medizinischer Fachausdruck für Phantomschmerzen nach nie erfolgter Amputation.

Brexitshame: Fremdschämen für Fortgeschrittene.

Brexameter: Episch-elastisches Versmaß der britischen Dichtkunst.

Brexpartner: Lebensabschnittspartner, der längst Schluss gemacht hat, aber nicht auszieht und dabei Bedingungen stellt.

Brexityoga: Wurde im März allen Unterhaus-Abgeordneten zur besseren Lösungsfindung empfohlen (ohne Erfolg), steht ab jetzt für: Flexibel Bleiben, bis über den Nerven- und Bänderriss hinaus, womöglich sogar bis über den 31. Oktober hinaus.

31. Oktober: Britische Bezeichnung für den 30. Februar.