Anlässlich des "R20 Austrian World Summit" traf der Bundespräsident Greta Thunberg

© APA/BUNDESHEER/PETER LECHNER, iStock

Schlag-Zeilen
05/29/2019

16-Jährige versehentlich als Übergangskanzlerin angelobt

Der Bundespräsident will eine "schöne und elegante" Lösung bis zum Herbst gefunden haben. War das Absicht oder nicht?

Wieder einmal hält Alexander Van der Bellen eine seiner schon lieb gewonnenen Reden. Diesmal wirkt er etwas zerknirscht. Nicht, weil er über bizarre Videos aus Ibiza sprechen muss, sondern, weil er, der das Land bisher so souverän durch die Regierungskrise pilotierte, soeben eine 16-jährige Schülerin zur Bundeskanzlerin gemacht hat.

"Das ist keine alltägliche Situation“, sagt Van der Bellen, "aber im Grunde genommen etwas ganz Normales."

"Stellen Sie sich vor: Frau Thunberg war heute anlässlich der R20-Klimakonferenz mein Gast und sehr wissbegierig. Unter anderem wollte sie wissen, wie so eine Angelobung abläuft", sagt der Präsident. "Da ich so gerne unser Staatsgefüge erkläre, habe ich dann zu ihr gesagt: 'So läuft das ab: Ich, der Bundespräsident, sage: 'Ich ernenne Sie, Frau Greta Thunberg, zur Bundeskanzlerin.' "

"Dann habe ich ihr die Gelöbnisformel nähergebracht: 'Ich gelobe, dass ich die Verfassung und alle Gesetze der Republik getreulich beobachten und meine Pflicht nach bestem Wissen und Gewissen erfüllen werde.' "

"'Und dann müssen Sie sagen: 'Ich gelobe!' ', habe ich gesagt."

"Und sie hat tatsächlich 'Ich gelobe!' gesagt und dann gegrinst."

Um eine drohende Staatskrise zu verhindern, musste der schwedischen Klima-Aktivistin, die nun Übergangskanzlerin ist, im Eilverfahren die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen werden.

"Wir kriegen das schon hin!"

"Es war halt wirklich ein bisschen unübersichtlich in letzter Zeit“, entschuldigt sich Van der Bellen. "Im Grunde halte ich das aber eh für eine schöne und elegante Lösung. Vielleicht ist es sogar die einzige Möglichkeit, dass Österreich endlich seine Klimaziele erfüllt. Wir kriegen das schon hin!"

Ob Thunberg das zeitlich überhaupt einrichten könne, fragen Journalisten.

Van der Bellen: "Ruhig Blut, es sind ja bald Sommerferien. Und die restlichen Tage wird sie die Schule schwänzen, hat sie mir versprochen."

Schwarzenegger sucht nach Video

Thunberg, die als Symbol für ihr Amtsverständnis einen roten Feuerlöscher mitgebracht hat, will sich gleich an die Arbeit machen. Der Fuhrpark der Bundesregierung werde in Zukunft aus Lastenfahrrädern bestehen, kündigt sie an. Sie werde außerdem den Entwurf eines Rauchverbots vorlegen, das auch auf Industrieschlote ausgeweitet wird.

Als Übergangsminister für die Ressorts Umwelt, Sport und Landesverteidigung werde sie Arnold Schwarzenegger vorschlagen. "Arnie" möchte auch interimistischer Innenminister werden, um nach einem bizarren Video von Andreas Gabalier suchen zu können, auf dem er zu sehen sein soll.

Auch einen Übergangsministerkandidaten für Verkehr, Innovation und Technologie gibt es bereits: Univ.-Doz. Tom Turbo.