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Schlag-Zeilen
07/16/2019

Alle gegen "kurz": Das K-Wort soll im Wahlkampf verboten werden

Die häufige Verwendung des Wortes "kurz" in der deutschen Sprache stelle einen unfairen Vorteil für den Ex-Kanzler dar, sagen Wettbewerbshüter.

Jetzt ist klar, warum die ÖVP seit Tagen wettert: "Alle gegen Kurz!" - Durch die Fülle an Beschlüssen in der vergangenen Parlamentssitzung fiel erst jetzt auf, dass eine Mehrheit aus SPÖ, FPÖ, Neos und Jetzt dafür gesorgt hat, dass das Wort "kurz" in Wahlkampfzeiten nicht in der Öffentlichkeit verwendet werden darf. Hintergrund: Experten für Parteienfinanzierung hatten herausgefunden, dass die Omnipräsenz des Wortes "kurz" in der deutschen Sprache einen unerhörten Wettbewerbsvorteil für Ex-Kanzler Sebastian Kurz darstelle, der gar nicht in Spendenmillionen bemessen werden könne.

Die Regelung im Detail: Nur die Namen jener Spitzenkandidaten, die nicht im Wörterbuch stehen, dürfen genannt werden. Die Namen Rendi-Wagner, Hofer, Meinl-Reisinger und Kogler sind also nicht von dem Verbot betroffen. Für "blatt- und blütenlose Organismen, die meist aus einem fleischigen Stiel und unterschiedlich geformtem Hut bestehen“ musste eine Ausnahmeregelung vereinbart werden, da die Pilz-Liste Jetzt sonst jeglicher Chance beraubt wäre.

Gegenmaßnahmen

Die ÖVP rotiert und sagt: "Jetzt ist sogar das Wort kurz vom Anpatzen betroffen!" Im Sinne der Gleichbehandlung wolle man nun eine einstweilige Verfügung erreichen: Ein großer Lebensmitteldiskonter soll während des kurzen (künftig ersetzt durch: komprimierten) Wahlkampfs seine Logos auf LKW und vor Supermärkten abdecken. Ein traditionsreicher Kaffee- und Lebensmittelhändler darf kurzerhand (künftig: unverzüglich) seine Produkte nicht in die Regale stellen, ebenso wenig wie Werke eines berühmten deutschen Opernkomponisten gespielt werden dürfen. Kurz ... Verzeihung ... zusammengefasst gesagt: Nur Kogler darf Kogler bleiben.