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Schlag-Zeilen
11/20/2019

Desperado Dornauer: Die rote Wunderwaffe

Wildwestheld wollte den Osten bezwingen, vergaß aber die Waffe im Auto.

von Birgit Braunrath, Christine Karner

Die SPÖ zückt in arger Bedrängnis ihre geladene Wunderwaffe: den Tiroler Parteichef Georg Dornauer. Der Wildwestheld hatte vor, auch den Fernen Osten Österreichs zu bezwingen. Mit einem Jagdgewehr bewaffnet, wollte er zu Hans Peter Doskozils Parteitag fliegen. Dornauer vergaß dann aber medienwirksam die Flinte auf dem Rücksitz seiner Kutsche (in Wildwestmanier geladen und bei offenem Fenster), was ihm deutlich mehr Nachrichtenpräsenz einbrachte, als der Rest der SPÖ in den vergangenen sechs Wochen erzielt hat.

Dornauer verfügt außerdem über einen waffenscheinpflichtigen Humor ("Der FPÖ-Wähler wählt keine Frau mit Doppelnamen"), der ihm allerdings abhanden kommen könnte, wenn ihm der Waffenschein entzogen wird.

Aber selbst dann wird der Gesetzlose nicht zu stoppen sein. Er kämpft auch mit bloßen Fäusten und verteilt verbale Haken: "Ich will mir die Landesrätin nicht in der Horizontalen vorstellen", sagte er im November 2018 in einer Landtagssitzung über eine krankheitsbedingt abwesende Kollegin. Und damit meinte er nicht deren finale Position nach einem Duell.

Parteichefin Rendi-Wagner erklärte ihn daraufhin für "nicht tragbar". Dornauer soll geantwortet haben: "Mich braucht keiner tragen, ich renne eh von selbst ins Verderben. Und die Richtung stimmt."