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Schlag-Zeilen
10/01/2019

Erste personelle Konsequenzen bei FPÖ: John Otti Band tritt ab

Das Wahldebakel der FPÖ führt zu ungeahnten Umwälzungen und einem ersten Durchgreifen des Parteichefs.

von Peter Temel

Nix mehr mit gecoverter Volkstümlichkeit à la „Wir sind eine Familie“: Schon am Abend des Wahldebakels sagte Parteichef Norbert Hofer bei der FPÖ-Wahlfeier im Prater: „Das ist nicht die musikalische Unterstützung, die wir uns vorstellen.“ Nun dürfte die Zusammenarbeit mit der John Otti Band dem neuerdings strengen internen Controlling und dem geplanten Umbau der FPÖ zu einer seriösen Rechtspartei zum Opfer fallen.

Stein des Anstoßes: Beim Wahlkampffinale vergangene Woche spielten die selbsternannten „Kanoniere der Fröhlichkeit“ den Schlager „Braungebrannte Haut“. Der Original-Text des Lieds wirkt wie eine einzige Verneigung vor H.C. Strache: „Eine Sünde wert war diese Nacht … Am nächsten Morgen war sie einfach fort … nirgendwo auf Ibiza habe ich sie später mal gesehen“

Da Straches Ibiza-Auftritt mit der Schein-Oligarchin nach der Wahlniederlage als ausschlaggebende Ursünde ausgemacht wurde, dürfte nun deswegen auch den Ottis der Stecker gezogen werden.

Offenbar kam HC Straches Leibkapelle aber ihrer Suspendierung zuvor. "Genug ist genug", ließen die blauen Barden noch auf der Wahlparty verlauten. Sie wollen ohnehin nicht den Soundtrack für die nun ausbrechenden Grabenkämpfe liefern.

Nach 189 Durchläufen der Parteihymne „Immer wieder Österreich“ wurde am Sonntagabend der Verstärker für immer abgedreht. Nur Ursula Stenzel sang, mit Fahne und Fackel in der Hand, noch bis in die frühen Morgenstunden weiter.

Auf Facebook tobte am Montag bereits ein Posting-Krieg um die Causa Otti. H.C. Strache verteidigte seine musikalischen Wegbereiter und drohte seinen Noch-Parteigenossen: „Nicht bei Philippa sehen wir uns wieder, sondern beim nächsten Hartberger Oktoberfest!“