Feiern die Steuerreform ab: Löger, Kurz, Strache, Fuchs

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Schlag-Zeilen
05/01/2019

1. Mai heißt künftig jedes Jahr "Tag der großen Entlastung"

Die Regierung will den 1. Mai als Erinnerungstag zur Steuerreform umdeuten. Sie sieht nicht nur die Bevölkerung entlastet, sondern auch sich selbst.

"Schauen Sie sich die Lenin-Liebhaber da drüben am Rathausplatz an, wie sie ihren Tag der Arbeit beklatschen", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz nach dem feiertäglichen Ministerrat. "Wir werden jetzt aber für eine spürbare Entlastung des 1. Mai vom Faktor Arbeit sorgen!" 

Künftig solle der Staatsfeiertag dem Gedenken an die "große Entlastung" durch die Steuerreform gewidmet werden, der heutige Ministerrat sei dafür das „Kick-Off-Event“.

In Kraft treten soll die Feiertagsregelung, die noch durchs Parlament muss, schon im nächsten Jahr, also deutlich vor der Steuerreform. Gefeiert werde bereits "die große Ankündigung der großen Entlastung durch die große Steuerreform", wie es im Ministerratsvortrag heißt.

Rathausplatzverbot

"Als einem ersten Schritt" werde ein Rathausplatzverbot verhängt, sagte der Innenminister. Durch die Gefahr, die von zerplatzenden roten Luftballons ausgeht, sei dies auch sicherheitspolizeilich notwendig.

Ausweichen könne die SPÖ etwa auf den Matzleinsdorfer Platz. "Dort gibt es eine wesentlich bessere Autoverkehrsanbindung", sagte der Verkehrsminister.

Entlastung der FPÖ

Vizekanzler Heinz-Christian Strache freut sich über "den großen Wurf", der da gelungen sei. "Schließlich feiern wir auch eine spürbare Entlastung der FPÖ, die der Herr Bundeskanzler gestern Abend beim Herrn Wolf sichergestellt hat."

"Man hat gesehen, dass uns beim Wort 'Bevölkerungsaustausch' nur noch ein paar inhaltliche Details trennen", sagte Strache. Und die Idee, das Lenin-Posting der Sozialistischen Jugend Wiener Neustadt ins Spiel zu bringen, "das wäre bei uns nicht einmal dem Vilimsky eingefallen, höhö!"

"Hüstel, verzeihen Sie, das ist aber dem Herrn Vilimsky eingefallen, neulich auf Puls4", sagte der Regierungssprecher. Er übernahm kultiviert das Wort und erklärte: „Abschließend darf ich noch einen zweiten Schritt der Entlastungsfeierlichkeiten ankündigen. In Hinkunft werden generell bei Pressekonferenzen nur noch Fragen zur Steuerreform zugelassen sein, das hat sich bewährt.“