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Schlag-Zeilen
05/21/2019

Ibiza-Drahtzieher ist gefunden: "Des war meine Falle"

Straches Ex-Kompagnon Gudenus meldete sich aus der Londoner Botschaft Ecuadors und machte eine spektakuläre Selbstenthüllung. "KURIER mit Schlag" mit einer FPÖ-Agentengeschichte.

Bevor im Juli 2017 die Falle in der Finca zugeschnappt ist, hatte HC Strache noch leise Bedenken, dass die mangelhafte Pediküre der "Lettin" nicht ins Gesamtbild einer reichen Russin passe.

Johann Gudenus wischte diese weg wie nichts, mit den berüchtigten Worten: "Des is ka Falle." Und sein Polit-Buddy ging mit ihm - wie immer - durch dick und dünn. Oder durch dick und doof, wie jetzt viele meinen.

Doch die Story vom leichtgläubigen Ibiza-Joschi wurde jetzt mit einem Paukenschlag erschüttert. Gudenus meldete sich völlig überraschend via Liveschaltung aus der ecuadorianischen Botschaft in London. Wikileaks-Gründer Julian Assange persönlich, "mein langjähriger Freund und Mentor", habe ihm dieses "gemütliche Hideaway" empfohlen. Hier lasse es sich "gut ein paar Jahre aushalten", habe Assange gesagt.

Ebendort enthüllte Gudenus nun das Unvorstellbare: "HC hatte mit seiner Geheimdienst-Theorie völlig recht. Ich war es, der den Ibiza-Coup eingefädelt hat. Des war meine Falle!" Die russische Oligarchen-Nichte, die Story von der "Krone"-Übernahme – alles sei seine eigene Erfindung gewesen. In mühsamer Kleinarbeit habe er die Russland-Connection aufgebaut.

"Glock, Glock"

Schon am Samstag hatten ausgefuchste Geheimdienstexperten einen Verdacht: "Diese Schusshaltung bei der ‚Glock, Glock‘-Szene, das ist eindeutig Moskauer KGB-Schule."

Gudenus bestätigte nun stolz: "Ich habe bei meinen Aufenthalten in Russland nicht einfach nur studiert, nein, ich wurde als 'Ivan Gudenov' von früheren KGB-Agenten ausgebildet."

Er habe irgendwann nicht mehr Straches ewiger "Leibfuchs" sein wollen. Auch seinen inneren Protest gegen das stramm deutschnationale Elternhaus habe er über all die Jahre versteckt, sich zu ausländerfeindlichen "Krätze"-Postings überwinden müssen, nur um den Schein aufrechtzuerhalten. "Ivan" übte sich in Geduld.

"seil, seil"

Aber fast wäre seine Deckung kurz vor dem Zünden der Polit-Bombe noch aufgeflogen, als vor wenigen Wochen seine russische Mail-Adresse geleakt worden ist, inklusive dem Passwort "seilseil". Gudenus: "Das war mein Spitzname während der Ausbildung. Ich war der beste Fassadenkletterer und Profi im Abseilen."

Jetzt seilteseilte sich Gudenus auch aus der Politik ab. Er düpierte damit nicht nur die FPÖ, sondern auch ganz Russland. Mission "Ivan" erfüllt.