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Schlag-Zeilen
09/12/2019

Kurz will Österreich umfärben: "Wasserstoffnation Nummer eins"

Sebastian Kurz wollte mit seiner Wasserstoffansage nur seinen Friseur fördern.

von Birgit Braunrath, Christine Karner

Als Sebastian Kurz die Devise ausgab, Österreich solle "Wasserstoff-Nation Nummer eins" werden, wurde er völlig missverstanden. Der ÖVP-Chef will damit gar nicht den Klimawandel stoppen, sondern die Friseure fördern. Dies zeigte sich im Vorfeld des morgigen Klimafreitags, an dem auf der TU Wien die Spitzenkandidaten der Parteien ihre Klimakonzepte für die Nationalratswahl vor Wissenschaftlern präsentieren. Sebastian Kurz wird jedoch nicht teilnehmen, er schickt Elisabeth Köstinger. Auf Nachfrage, ob er denn nicht selbst an der TU vor Puls24-Kameras sein zukunftsweisendes Wasserstoffkonzept vorstellen wolle, zeigte er sich verwirrt: "Wieso? Was hat denn das mit dem Klima zu tun?"

Begründung: "Zu viele Braune"

Schließlich stellte sich heraus, dass Kurz gemeint habe, Österreich solle haartechnisch zur Wasserstoffblond-Nation werden. Seine Begründung: "Wir müssen Österreich auf blond umfärben, weil es durch die FPÖ-Regierungsbeteiligung zu viele Braune in Schlüsselpositionen gibt." Die Frage, ob er, Kurz, nicht eine zumindest untergeordnete Rolle in dieser Regierung mit der FPÖ gespielt habe, ließ der ÖVP-Chef offen und gab die derzeit meistverwendete Politikerantwort: "Davon weiß ich nichts." Im übrigen wolle er eine Empfehlung für seinen Friseur abgeben: Um nur 600 Euro könne man dort das Wasserstoff-Umstyling vornehmen lassen.