Nicht nur Autor Reinhold Mitterlehner ist misstrauisch

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Schlag-Zeilen
04/21/2019

Mitterlehner-Buch vergriffen: Mysteriöse Organisation kauft in Massen

Die Abrechnung des früheren ÖVP-Vizekanzlers findet reißenden Absatz. Aber wie kann sich ein Politikerbuch so gut verkaufen?

Das Abrechnungsbuch "Haltung" des Ex-ÖVP-Chefs Reinhold Mitterlehner freut die wenigsten in der nunmehrigen Kanzlerpartei. Aber zumindest der Verlag freut sich über eine lukrative Abrechnung. Die erste Auflage ging weg wie warme Semmeln. "Ausverkauft!" hieß es schon nach dem ersten Verkauftstag.

Ein Politikerbuch, das nicht als Ladenhüter vor sich hingammelt? Unvorstellbar eigentlich! Mittlerweile scheint klar, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht.

"Niemanden anpatzen"

Vor den Buchhandlungen des Landes waren schon in den frühen Morgenstunden auffallend junge Menschen Schlange gestanden. Sie sahen proper aus und schienen perfekt gebrieft. Egal, wen KURIER mit Schlag bei einem Lokalaugenschein befragte, die Jugendlichen hatten durchwegs das selbe Wording: "Wir werden keine negativen Strategien anwenden und niemanden anpatzen."

Die Strategie wirkt auf den ersten Blick tatsächlich äußerst positiv, Beobachter staunten über die perfekte und positive Organisation.

Das Mitterlehner-Buch wurde von den emsigen Ehrenamtlichen völlig legal in Massen erworben. Es bildeten sich Menschenketten aus lauter freundlichen Gesichtern, die aufgekauften Exemplare wurden von den Kassen nach draußen weitergereicht.

Geiles Mobil beteiligt

Ein bekanntes schwarzes, geiles Mobil, das nach langer Absenz wieder in den Straßen gesichtet wurde, soll dann Buch für Buch in sich aufgenommen haben. Am Abend wurde der - nun extra auf 16 Meter verlängerte - SUV im Nahbereich eines Altpapier-Recyclinghofs beobachtet.

Positives Abfangen

Paketlieferer, die jene Exemplare, die übers Internet bestellt worden sind, nach Ostern zustellen sollen, befürchten nun Abfangaktionen.

Ein Sprecher der jungen Buchliebhaber sagte dazu: "Wir werden dabei sein. Aber wir werden keine negativen Strategien anwenden und keinen Postboten anpatzen."