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Schlag-Zeilen
11/21/2019

FPÖ-Goldbarren-Story soll Indiana Jones aus der Krise holen

Drehbuch geändert: Action-Archäologe bekommt es im fünften Kino-Abenteuer mit überraschenden Gegnern zu tun.

von Peter Temel, Christine Karner

Auric Goldfinger fiel vor Amüsement fast in sein Becken mit geschmolzenem Gold. Auch aus Fort Knox drang am Mittwoch schallendes Lachen. Sogar das Haus in der Salzburger Vorstadt von Braunau erzitterte bei der Nachricht, dass die Wiener FPÖ in einem alpinen Dörfchen in Osttirol offenbar eine beträchtliche Menge an Goldbarren bunkert.

Noch unter H.C. Straches Führung erschuf sich die Partei hier ihr eigenes Berghöferl, gerüchteweise auch als Ausweichquartier und Kommandozentrale für schwere Zeiten, im Ort flüstert man von blauen Bürgerkriegsängsten. "Pension Enzian" heißt das hölzerne Häuschen, das zur hochalpinen Wellness-Bude werden sollte. Nicht nur zur Erbauung für die blauen Burschen, sondern auch als Hort schwerer Tresore.

Filmisches Alpengold

Längst hatten notorische Nazigoldjäger ihre Reviere zwischen Toplitzsee und Berchtesgaden verlassen, um die Fährte in die Hohen Tauern aufzunehmen. Doch sie kamen zu spät. Hollywood war bereits da.

Steven Spielberg, der gerade am fünften Teil der legendären "Indiana Jones"-Reihe arbeitet, schaute sich vor Ort um und stieß auf filmisches Alpengold. Nach Sichtung von Gabriel Baryllis unvollendeter FPÖ-Doku stand der Entschluss für den Kultregisseur fest: "Wir schreiben das Buch noch einmal um. Endlich haben wir den Dreh gefunden, um Indys Kampf mit seinen ewigen Widersachern auf eine erschreckend zeitgemäße und doch ein bisschen amüsante Ebene zu heben.“

Spektakuläre Szenen garantiert

Der künstlerische Fehlschlag des vierten "Kristallschädel"-Teils soll durch die spektakuläre Story in Vergessenheit geraten. Drehorte werden - neben St. Jakob im Defereggen - Wien, Pinkafeld, Klosterneuburg und die Mittelmeerinsel Ibiza sein. Auf seiner Jagd nach den sagenumwobenen Burschenschafter-Barren wird "Indy" nicht nur hohe Gartenzäune überwinden müssen, sondern auch angeblichen russischen Oligarchinnen widerstehen, die mit unbenütztem Manikür-Besteck um sich werfen. Nach einem Duell mit ungeladenen Faustfeuerwaffen ("Glock, Glock") wird der Action-Archäologe zack, zack, zack in Wien aufschlagen. Zunächst muss er dort einer überdimensionalen, den Kahlenberg herabstürzenden Casino-Kugel entfliehen, dann im Prater eine halsbrecherische Toboggan-Rutschpartie überstehen, bevor er beim FPÖ-Oktoberfest zum Wodka-Bull-Wettsaufen antritt.

Zuletzt führt die abenteuerliche Reise in H.C.s Alpenfestung selbst. Dort wartet, nach einem gefürchteten 3-Sterne-Pensions-Frühstück mit Filterkaffee, Enzian-Kas und Leberstreich, als finaler Gegner der Hüter des Tresorraums: Big Joschi …