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Schlag-Zeilen
10/02/2019

Kurz: "Rechne mit Koalitionsverhandlungen bis zur nächsten Wahl"

Seit dem Sonntag schwebt die grüne Brille über Sebastian Kurz. Doch der will sich nicht drängen lassen. Brigitte Bierlein dürfte weitere fünf Jahre Kanzlerin bleiben.

von Peter Temel, Christine Karner

Weihnachten 2017 hat Sebastian Kurz den Österreichern eine fixfertig angelobte neue Regierung unter den Christbaum gelegt. Dieses Mal könnte sogar das Osternesterl frei von einem frischen Regierungsprogramm sein, befürchten Beobachter. Von "Speed kills" ist keine Rede mehr. Kurz rechnet bereits mit fünfjährigen Regierungsverhandlungen bis zur nächsten Wahl.

Mehr war dem strahlenden Wahlgewinner bisher nicht herauszulocken. ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer sagte immerhin Folgendes: "Punkt 1: Jetzt müssen wir erst einmal diesen historischen Wahlsieg verdauen. Unser Peter L. Eppinger zum Beispiel ist in eine Lach- und Jubelstarre verfallen. Das nimmt bereits gesundheitsgefährdende Ausmaße an."

Außerdem sagte Nehammer mit seinem ihm eigenen Selbstbewusstsein: "Punkt 2: Wir wollen auch noch den Jubel bei der steirischen Landtagswahl abwarten. Punkt 3: Wir sind Wahlsieger mit Rekordvorsprung. Jetzt sollen einmal die anderen etwas leisten. Punkt 4: Egal, wie lange es dauert: Es wird unseren politischen Mitbewerbern angelastet werden."

Aber wie könnte ÖVP-Chef Kurz überhaupt damit leben, dass Brigitte Bierlein fünf Jahre lang als Kanzlerin die Regierungsgeschäfte fortführt?

Dem Vernehmen nach hat sich Kurz bereits in seiner Rolle als Altkanzler eingelebt. Unter Umständen würde er sich übergangsweise als Außen- und Migrationsminister bewerben, um wieder weit weg vom Parlament seinen politischen Lieblingsbeschäftigungen nachgehen zu können.

Sondierungen im ORF

Die Sondierungsgespräche, die alleine schon bis zur nächsten Fußball-WM dauern könnten, sollen laut türkisem Geheimplan im Prunksaal der Nationalbibliothek stattfinden: Alle Parteien sitzen gleichzeitig am Tisch, Claudia Reiterer moderiert. Jedes halbe Jahr wird jemand rausgewählt.

Sollte es dann tatsächlich zu türkis-grünen Koalitionsverhandlungen kommen, möchte Grünen-Chef Werner Kogler unbedingt Greta Thunberg im Verhandlungsteam haben. Kogler: "Wir sagen 'Fürchtet euch nicht!' Aber wir sagen auch: Die ÖVP wird sich auf besonders herausfordernde Verhandlungen einstellen müssen."