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Schlag-Zeilen
04/10/2019

Spinnatisten: 52 neue Feiertage in Österreich, aus Gründonnerstag wird Türkisdonnerstag

Popst Popeye ruft den Gründonnerstag zum internationalen Feiertag aus. In Österreich bricht daraufhin die Welt zusammen. Dann der Konsens: Jeder Donnerstag heißt ab jetzt Türkisdonnerstag

In der Karwoche kochte Österreichs Karfreitagsdiskussion als Gründonnerstagsdiskussion erneut hoch. Quasi dasselbe in Grün:

Popst Popeye, Oberhaupt der Spirituellen Spinnatisten, kritisierte, dass der Karfreitag, der „durch das Herumeiern der österreichischen Regierung nun nicht mehr Fisch und noch nicht Fleisch sei“, zum „persönlichen Ganztagsfeiertag“  erhoben werde, während der Gründonnerstag, „an dem konsequent von allen Spinat gegessen werde“, gar kein Feiertag ist. Um Debatten – oder gar einer „österreichischen Lösung“ (Diskutieren bis Weihnachten, dann ist Ostern mit Sicherheit vorbei) – einen Riegel vorzuschieben, ernannte er den Gründonnerstag zum weltweiten Feiertag.

"Wegen der vier Prozent Spinatesser? Sicher nicht!"

Während dieser Schritt von 193 Ländern der Erde kommentarlos zur Kenntnis genommen wurde, entspann sich in Österreich ein innenpolitischer Streit um den Gründonnerstag, der das öffentliche Leben tagelang lahmlegte. Kanzler Kurz sprach daraufhin ein Machtwort: „Wegen der vier Prozent Österreicher, die gern Spinat essen, werden wir sicher keinen neuen Ganztagsfeiertag einführen.“

Popst Popeye konterte: „Wir Spinnatisten lassen uns nicht zur Spinner-Randgruppe degradieren! Die Spinnatistenkirche besteht auf dem Recht der zeremoniellen Spinateinnahme am Gründonnerstag für Angehörige aller Religionen!“

Kurz unterbreitete den Spinnatistenvertretern darufhin ein Angebot: „Wer unbedingt Spinat essen will, kann das gern in der Mittagspause tun. Wir erklären die Mittagspause des Gründonnerstags zum halbstündigen Feiertag, welchen der Arbeitgeber bei rechtzeitiger Voranmeldung sowie Konsumation eines ganzen Urlaubstags, genehmigen muss.“ Nachsatz Kurz: „Außer er will nicht.“ Damit sei die Sache für ihn gegessen.

Popst Popeye, der heuer seinen 100. Geburtstag feiert, ließ Kanzler Kurz daraufhin wissen, dass er keine Widerrede dulde von einem, der „noch grün hinter den Ohren“ sei. Worauf Kurz Popeye Unkenntnis der politischen Lage in Österreich vorwarf und ihn zurechtwies: „Ich bin nicht grün, sondern türkis.“

Türkisdonnerstage ab jetzt frei

Daraufhin schlug Popeye vor, den Gründonnerstag auf Türkisdonnerstag umzufärben und in den Rang eines ganztägigen Feiertags zu erheben. Kurz stimmte begeistert zu und beschloss, mit sofortiger Wirkung jeden Donnerstag zum Türkisdonnerstag – und somit zum ganztägigen Feiertag für alle – zu erklären. Denn an Türkisdonnerstagen würden die leidigen Donnerstagsdemonstrationen zwangsläufig wie Prozessionen zu seinen Ehren aussehen. Und das habe er sich verdient.

Auf die Frage eines Journalisten, wie er denn der heimischen Wirtschaft diese 52 neuen Feiertage schmackhaft machen wolle, antwortete Kurz knapp: „Wenn ihnen das Geld ausgeht, sollen sie doch Spinat verkaufen!“