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Schlag-Zeilen
04/25/2019

Vilimsky will Grimms Märchen umschreiben: "Böser Wolf als Rotkäppchen"

Die beinharte Auseinandersetzung zwischen ZiB2-Moderator Armin Wolf und FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky soll tatsächlich "Folgen" haben, wie "KURIER mit Schlag" erfuhr.

Aus aktuellem Anlass will die FPÖ im EU-Wahlkampf in Comics und auf Youtube klassische Märchen wie das "Rotkäppchen" neu erzählen. "Geringfügige inhaltliche Änderungen" seien notwendig, um die eigene Wählerschaft an die Wahlurnen zu bringen. 

"Der böse Wolf und das Rotkäppchen sollen künftig als ein und dieselbe Person dargestellt werden", sagte FPÖ-Generalsekretär und EU-Wahl-Spitzenkandidat Harald Vilimsky zu KURIER mit Schlag. "Das skrupellose Raubtier trägt dabei ein rotes Sozialistenkäppi und frisst einen arglosen Rechtspolitiker auf", so die FPÖ-Pläne. 

Letzter und vorderster Winkel

Der Wolf werde somit als Organ jener "linken Netzwerke" gezeigt, "die in den letzten Winkeln suchen, ob sie Dinge finden, um sie gegen uns in Stellung zu bringen“, wiederholte Vilimsky seinen Vorwurf vom Dienstag aus der ZiB2.

Zur Erinnerung: Auf dem vordersten Winkel der RFJ-Steiermark-Homepage war ein Motiv aufgetaucht, das nicht nur ORF-Moderator Armin Wolf mit einer antisemitischen Darstellung aus dem NS-Hetzblatt "Stürmer" verglich.

SPÖ-Europasprecher Jörg Leichtfried sieht in Vilimskys Märchen-Plänen "einen weiteren Anschlag auf das Knusperhäuschen am Küniglberg". "Und die Nummer eins im Märchenwald sind immer noch wir! Will uns die FPÖ mit ihren entstellten Fabeln vielleicht noch unseren Dornröschenschlaf rauben?" kommentierte Leichtfried.

Hänsel und Gretel reloaded

Die FPÖ arbeite schon länger an einer Neufassung von Grimms Märchen auf europäischer Ebene, berichtete wiederum Vilimsky. "Aber zu solch wichtigen Europathemen bin ich am Dienstag vom bösen Wolf gar nicht befragt worden.“

Das jahrhundertealte Kulturerbe solle endlich einen "zeitgemäßen Anstrich" erhalten, indem das Thema Zuwanderung stärker betont werde. Vilimsky: "'Migration schlägt Tradition!', heißt es in diesem Fall."  

"Asyl-Chaoten" im Märchenwald

Bei Hänsel und Gretel solle zum Beispiel klar darauf hingewiesen werden, dass es sich bei dem Trachtenpärchen um ein blondes Mädel und einen kernigen Hiesigen handle. Die Hexe müsse künftig männlich und dunkelhaarig sein, die Hakennase dürfe bleiben.

Dass es sich heutzutage beim Rumpelstilzchen um einen "EU-Asyl-Chaoten" in einer Parallelgesellschaft handle, sei doch "sonnenklar", heißt es in der FPÖ-Aussendung. Es solle daher in "Rumpel-Ali-Tschetschen" umbenannt werden.