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Schlag-Zeilen
07/01/2019

Völkerball im Wahlkampf: "Wer den stärksten Schuss hat, gewinnt"

Völkerball hat ideale Regeln für die politische Auseinandersetzung. Birgit Braunrath über die Einhaltung von Unfairnessabkommen.

von Birgit Braunrath, Christine Karner

Eine kanadische Studie hat ergeben, dass die Schulkampfsportart Völkerball ideale Bedingungen für den politischen Diskurs bietet: Völkerball sei ein probates Mittel zur Unterdrückung der Mitbewerber, gleichzusetzen mit legalisiertem Mobbing, so die Studienautoren. Das Spiel habe perfekte Regeln, um die Mitspieler zu entmenschlichen, den Gegenspielern dabei zu schaden und diese zu demütigen.

Daher werden in Österreichs Wahlkampf 2019 erstmals Völkerballturniere statt der üblichen TV-Duelle und Elefantenrunden ausgetragen. Dies wird den Wählerinnen und Wählern die Entscheidung leichter machen. "Wer den stärksten Schuss hat, gewinnt", hört man bereits aus dem ORF. Damit wolle man auch dem Unfairnessabkommen aller wahlwerbenden Parteien Rechnung tragen.

Um das Riesenpotenzial, das Völkerball für die Politik bietet, auch langfristig zu nutzen, wird beim Parlamentsumbau die berühmte Säulenhalle zum Völkerballplatz umfunktioniert. Die Kämpfe werden dann folgendermaßen ausgetragen: Jede im Parlament vertretene Partei darf so viele Spieler aufs Feld schicken, wie sie Abgeordnete hat. Auf diese Weise wird der Fairness vorgebeugt und die Völkerballance gewahrt.